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Wie gut sind meine Jobaussichten in Zeiten von Corona? –Trends aus der Praxis vom ersten Lockdown

Der zweite Lockdown der Corona-Pandemie hat nun begonnen. Doch wie hat sich das Recruiting im ersten Lockdown verändert?

Die aktuelle Corona-Pandemie wirkt sich sichtbar auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt aus. Auch im Recruiting Bereich haben sich dementsprechend in den letzten Monaten einige Änderungen ergeben. Immer mehr Studierende und Absolvent*innen machen sich angesichts der aktuellen Entwicklungen Sorgen um ihre nahe berufliche Zukunft. Doch inwieweit schränkt die Pandemie tatsächlich die Chancen auf ein Praktikum, eine Werkstudentenstelle oder eine Festanstellung ein?  Wir habe einige aktuelle Trends aus dem Recruiting im Jahr 2020 zusammengefasst.

Das private „Institute for Competitive Recruitung“ hat deutschlandweit knapp 200 Unternehmen zu ihrem Einstellungsverhalten während der ersten Pandemiewelle mit Lockdown-Phase befragt: Kurz zusammengefasst ergibt sich folgendes Bild:

  • 52% der befragten Unternehmen hat während der Lockdown-Phase das Praktika Angebot verringert (26%) oder eingestellt (26%). 28% aller Unternehmen bot wie bisher Praktika an.
  • bei Werkstudentenjobs ist die Tendenz ähnlich. Hier gaben 43% der teilnehmenden Unternehmen an, das Angebot eingestellt (23%) oder verringert (29%) zu haben.
  • bei Einstiegspositionen waren die Auswirkungen der Lockdown-Phase weniger gravierend: 15% der Firmen haben ihr Angebot hier komplett eingestellt. 20% der Firmen gaben an weniger Berufseinsteiger eingestellt zu haben

Wichtig zu beachten ist jedoch, dass sich die Auswertungen nur auf den Zeitraum der Lockdown-Phase beziehen und viele Firmen die Einstellungen aufgrund der anhalten Unsicherheiten lediglich nach hinten verschoben haben. Nach Ende des Lockdowns hat sich die Arbeitsmarktlage daher kontinuierlich verbessert. Während zu Beginn der Krise noch 12% der Unternehmen keine neuen Bewerbungsgespräche vereinbart haben, haben nach den ersten Lockerungen alle der befragten Unternehmen Bewerbungsgespräche geführt. Zudem bestehen starke Unterschiede zwischen den Branchen. Einige Branchen, haben während des Lockdowns ihren Personalbedarf beispielsweise nur wenig reduziert. Hierzu zählen u.a.:

  • Beratung
  • IT
  • Personal
  • Handel/Vertrieb
  • Marketing und Kommunikation

Bei den Bewerbungsverfahren hat der Großteil der Unternehmen während des Lockdowns auf Videointerviews umgestellt (73%). 55% der Firmen haben dies auch nach den ersten Lockerungen weiterhin beibehalten, während ca. 42% der Firmen zu diesem Zeitpunkt bereits wieder persönliche Vorstellungsgespräche unter Berücksichtigung der Hygienestandards durchgeführt haben.

Spannend ist auch der Blick auf das Onboarding, also die Einarbeitung neuer Mitarbeiter*innen, während der Coronakrise: Während knapp 54% der Unternehmen ihre neuen Mitarbeiter*innen während dem Lockdown virtuell angelernt hat, reduzierte sich der Anteil nach den ersten Lockerungen auf ca. 41%. Bei ca. 47% der Unternehmen erfolgte das Onboarding nach den ersten Lockerungen bereits wieder persönlich (verglichen mit 19% während des Lockdowns).

Aus den Gesprächen mit unseren Kooperationspartner*innen geht zudem hervor, dass viele Unternehmen wieder optimistischer auf das kommende Jahr 2021 blicken. Viele der Unternehmen geben an, dass Sie für 2021 keine Verringerung ihres Personalbedarfs erwarten, während einige wenige ihre Angebote für Studierenden und Absolvent*innen geringfügig reduzieren. Jedoch ist bei nahezu allen Firmen noch eine gewisse Unsicherheit zu spüren und die finalen Entscheidungen hängen großteils vom weiteren Pandemieverlauf ab.

Tipps: Wie sollte ich bei der Stellensuche während Corona vorgehen?

Abschließend haben wir noch einige Tipps zusammengestellt, die Studierenden und Absolvent*innen dabei helfen sollen, sich in der aktuellen Situation erfolgreich zu bewerben.

  1. Nicht entmutigen lassen! Auch wenn die Situation von außen betrachtet zunächst anders ausschaut: Die meisten Unternehmen sind auch während der Krise weiterhin dankbar über Bewerbungen von motivierten und qualifizierten Bewerber*innen
  2. Informationen sammeln! Welche Unternehmen und Berufsfelder sind von der Pandemie wenig betroffen oder profitieren sogar? Dies kann von Unternehmen zu Unternehmen oder Branche zu Brache stark abweichen
  3. Richtiges Timing! Sollte es einen zweiten Lockdown geben, ist dies vielleicht erst einmal nicht der richtige Zeitpunkt, um die Bewerbung abzuschicken. Bleiben Sie geduldig und warten Sie ab, bis sich die Lage wieder etwas beruhigt hat. Auch ein kommender Lockdown wird nicht ewig anhalten.
  4. Auf digitale Bewerbungsverfahren einstellen! Aufgrund der Corona-Krise haben viele Unternehmen Ihre Bewerbungskanäle umgestellt. Wenn Sie im Online-Bewerbungsgespräch durch Ihre gute (Digital-)Kompetenz glänzen können, ist dies schon ein erster Schritt in Richtung Traumjob!
  5. Angebote des Career Service an der WiSo nutzen! Als Career Service bieten wir Studierenden zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten bei der Stellensuche an. Neben Seminaren und Workshops zum Thema Bewerbung bieten wir durch unsere Brown Bag Talks, den Career Day sowie das Patenschafts- und das WiSo-Coach Programm zahlreiche Plattformen an, auf denen sich Studierende mit potentiellen Arbeitgebenden auch während der Corona-Pandemie austauschen und vernetzen können.

Gerne können Sie auch unser Beratungsangebot wahrnehmen und sich zum Bewerbungsprozess und / oder Ihrem CV und Anschreiben beraten lassen.

Wir freuen uns auf Sie!

Das Career Service Team

 

Quelle: Recruiting in Zeiten von Corona; Impulsvortrag für den CSDN, Wolfgang Brickwedde